Habichtswaldklinik Kassel Bad-Wilhelmshöhe - Klinik für Onkologie Psychosomatik Innere Medizin Tinnitus Ayurveda Klinik für Ganzheitliche Rehabilitation
Druckversion vom 19.02.2009
URL: http://www.habichtswaldklinik.de/Er-fuellung_statt_Er-schoepfung.html
Die Kraft des Wandels UND die Kraft der Ruhe.
Die Psychosomatische Abteilung der Habichtswald-Klinik ist seit ihrem Beginn mit 25 Betten im Mai 1987 auf 148 Betten gewachsen(seit 1995). Gegenüber dem bio-psychosozialen Krankheitsmodell der WHO, was durchaus ein Fortschritt ist zu einer ausschließlich biologischen Betrachtung des Menschen, gehen wir einen Schritt weiter und glauben, dass der Mensch nicht nur sein Wissen, seinen Mind erweitern will (zur Zeit verdoppelt sich das Wissen der Menschheit alle 5 Jahre!!), sondern dass der Mensch auch - um sich heil und ganz zu fühlen - nach Weisheit, Sinn-Erfüllung, innerem Frieden, Glücklichsein und Geborgenheit in einem größeren Ganzen strebt, also nach Spirit, nach Spiritualität. Wir haben also ein bio-psycho-sozio-spirituelles Gesundheits- und Krankheitsmodell und verstehen uns als "Spezialisten für das Ganze".
Die Praxis zeigt, dass über die Jahre hinweg und heute mehr denn je Patientinnen und Patienten von uns Therapeuten die naturheilkundlichen, feinstofflichen und spirituellen Ansätze nachfragen, mehr als wir Therapeuten oft Zeit haben dies im gewünschten Umfang zu erfüllen. Trotzdem und gerade deswegen ist es für uns außerordentlich wichtig, eine gute Organmedizin zu leisten, Psychotherapie nach dem Stand der Wissenschaft durchzuführen, die Klinikorganisation zukunftsfähig zu machen in Form von Computervernetzung, Zertifizierung (Mai 2000), Basisdokumentation und externe Evaluation durch Prof. Koch Hamburg, Entwicklung von Kurzzeitherapien usw. An spezialisierten Gruppen haben wir: Frauengruppen 30 Betten, Tinnitus 20 Betten, Psycho-Onkologie 10 Betten.
Nicht nur unsere Patientinnen und Patienten sehen sich heute einer immer rascher sich verändernden Umwelt gegenüber. Wir alle müssen immer komplexere Situationen bewältigen bei immer unsicherer werdender Datenbasis und immer größerer Reichweite der Entscheidungen. Die bewährten Regeln des linear-kausalen Weltbildes scheinen nicht mehr zu greifen, was ein "Strudelgefühl" hervorrufen kann. So wäre erklärlich, warum die Symptome Schwindel und Ängste allgemein so zugenommen haben; auch Tinnitus kann auf Komplexitäts-Stress zurückgeführt werden. Nach Nefiodow belaufen sich die geschätzten Kosten der Stressfolgekrankheiten in der BRD auf jährlich 200 Milliarden DM. Eigentlich ist es ein explosiver Zuwachs an Kreativität, dies löst aber oft Ängste vor dem Neuen aus.
Zur Bewältigung unserer Aufgaben benötigen wir alle immer mehr:
1) bis 5) ist die Kraft des Wandels. Immer wichtiger wird auch der Gegenpol, nämlich die Kraft der Ruhe und der Zentrierung. Ziel ist Meisterschaft = in der höchsten äußeren Dynamik leben können und trotzdem frei sein von den inneren Kosten dieser Dynamik (Stressfolgen, Raubbau, Burn out). Ghandi sagte: "Man muss lernen, inmitten aller Aktivitäten ruhig zu sein, und in der Ruhe total lebendig". Oder der Unternehmensberater Whitehead: "Die Kunst des Fortschritts besteht darin, inmitten des Wechsels Ordnung bewahren und inmitten der Ordnung den Wechsel zu bewirken". Beides balancieren zu können heißt, Paradoxe lieben zu lernen, was der Mind und Linkshirnigkeit allein nicht schaffen.
Im Idealfall leben wir Therapeuten unseren Patienten vor, dass wir selbst mit dem eigenen Stress kreativ umgehen. Im Folgenden beschränke ich mich auf das Präventive (beschreibe also nicht, was wir kurativ mit den Patienten machen).
Stressbewältigung = "Coping" setzt an:
Für den beschränkten Raum hier kann ich nur ein paar Stichworte liefern:
Prioritätensetzung, Zielvereinbarung (auch mit sich selbst: Self-Committment
=> Selbstorganisation), Pareto-Prinzip (= 20 % der Zeit bringen i.d.R. 80 %
der Ergebnisse), Pausentechnik, Zeitmanagement usw. Für Leitende: Organisation
von Selbstorganisation; Attraktoren statt Faktoren.
Vertiefende Literatur:
und
| Einatmen: | Beim Einatmen Ruhe und frische Kraft |
| Aus: | Beim Ausatmen lächle ich |
| Ein: | Es ist genau dieser Moment |
| Aus: | Ein wunderbarer Moment |
Wohl am wichtigsten ist die Haltung, denn Stress entsteht nicht nur durch
die Fakten, sondern vor allem durch unsere Bewertung. Diese findet
(sicher unbewusst) in uns statt, darauf haben wir aber durchaus einen
Einfluss ("Reframing"). Die Hirnforschung zeigt, dass das Gefühl der
Kontrollierbarkeit darüber entscheidet, wie viel Stress ich empfinde. Dabei
wirken sich, wie im PET nachweisbar, nicht nur das Vertrauen auf mich und
andere, sondern auch das Vertrauen auf vorgestellte Kräfte
neurochemisch konkret aus. Ob es den "Sicheren Ort" (mit dem in der
Traumatherapie viel gearbeitet wird - sog. ressourcenaktivierende
Imaginationen) oder einen Schutzengel oder Gott gibt, weiß man objektiv
nicht; neurochemisch hat der Glaube daran nachweislich konkrete Auswirkungen
wie größere innere Ruhe, Sinnerfüllung, Vertrauen, größere
Angstfreiheit.
Wenn ich Probleme als Herausforderung und als Einladung zu
Entwicklung (P=EzE) lesen kann, wird die Angst vor dem Unbekannten
und Neuen weniger und es wächst die Liebe zu Kreativität und Evolution.
Das Gegenteil von Erschöpfung ist Erfüllung - Erfüllung spüren
wir, wenn wir mit unserer Evolution zum einem Größeren beitragen können und
so mit der Großen Evolution kooperieren, dass sie unsere persönliche
Evolution fördert ("Evolution belohnt Evolution").
Dargestellt habe ich nur Methoden, die sich bei mir als wirksam erwiesen haben, die Freude bereiten - und: die kostenlos sind, was den Schwaben in mir besonders freut! Sie können aber nicht rein kognitiv weitergegeben werden, sie müssen erlebt und erfahren werden! Vielleicht stimmt es aber hoffnungsvoll, dass es durchaus Regeln zur Bewältigung von hochkomplexen Situationen gibt!
"Work smarter not harder" - der Lebensgenus soll nicht zu kurz kommen, daher
zum Schluss ein Hinweis zum Genussmittelmanagement:
"Erlaubte",
da (maßvoll genossen!) der Gesundheit förderliche Genussmittel sind:
Literaturempfehlung:
Die sieben Wege zur Effektivität
Ein Konzept zur
Meisterung Ihres beruflichen und privaten Lebens
Stephen R. Covey, Campus
1998, 277 Seiten, DM 39,80
Der Weg zum
Wesentlichen
Zeitmanagement der vierten Generation
Stephen R. Covey,
Campus 1997, 303 Seiten, DM 49,80
Meditation
Begegnung mit der eigenen Mitte. Einführung
und Anleitung.
Dr. med. Almuth Huth, Dr. med. Werner Huth
Gräfe und Unzer
1996, 80 Seiten, DM 24,90
Ich pflanze ein
Lächeln
Der Weg der Achtsamkeit
Mit einem Vorwort des Dalai
Lama
Thich Nhat Hanh, Goldmann 1992, 157 Seiten, DM 29,80
ganz einfache
lebenspraktische Übungen für den Alltag
Die Tafeln
von Chartres
Die gnostische Schau des Westens
Pennington, George;
Walter Verlag; 1996; 144 Seiten; DM 34,80
relativ einfache, tiefgehende
Mediationsmethode, die auch im Alltag mit offenen Augen durchgeführt werden
kann, über das "Schauen"
Geheime
Lebensenergien
Eggetsberger, Gerhard H.; Orac, 1996, 150 Seiten, DM
29,80
einfach Übungen, die das Gehirn sehr mit Energie aufladen
Brain-Gym ® fürs Büro
Dennison, Dennison, Teplitz;
Verlag für angewandte Kinesiologie Freiburg 1997,83 Seiten, DM
19,80
Übungen, die dem Gehirn guttun hauptsächlich für den
Rechts-/Linkshirn-Ausgleich
Flow
Das Geheimnis
des Glücks
Mihaly Csikszentmihalyi, Klett-Cotta1998, 425 Seiten, DM
44.-
grundlegendes Werk zum Glück
Handbuch für
den gewitzten Stadtkrieger
Ein spiritueller Überlebensführer
Der
Barfussdoktor; rororo Sachbuch 60812, 252 Seiten, DM 16,90
vielleicht etwas
flapsige Sprache, aber recht witzig, voller praktischer Übungen für den Alltag
und im Gehalt tief
Dr. med. Christoph Kurtz - von Aschoff
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