Chemotherapie

Habichtswaldklinik Kassel Bad-Wilhelmshöhe - Klinik für Onkologie Psychosomatik Innere Medizin Tinnitus Ayurveda Klinik für Ganzheitliche Rehabilitation
Druckversion vom 07.05.2010
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Chemotherapie bei Tumorleiden ganzheitlich begleitet

Was bedeutet Chemotherapie im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie?

Nur wenige Tumorleiden sind mit zytostatischer Therapie (Chemotherapie) allein heilbar. Die Chemotherapie wird unterstützend bei einigen Tumorerkrankungen wie Mammakarzinom und Kolonkarzinom unmittelbar nach Operation zur Verhinderung eines Rezidivs angewendet (sogenannte adjuvante Therapie). Des weiteren kann die Chemotherapie zur Linderung von Beschwerden im palliativen Sinne (krankheitsmildernd) einer Tumorerkrankung eingesetzt werden.

Die bekannten, unerwünschten Wirkungen einer Chemotherapie sind häufig schwere Störungen der Blutbildung (Hämatopoese), Haarausfall (Alopezie), gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Schädigungen der Nervenleitung (Polyneuropathie) und eine erhebliche Immunsuppression (Unterdrückung der Immunreaktionen).

In der Regel werden Begleittherapien eingesetzt, um die Nebenwirkungen erträglicher zu machen. Bei der antiemetischen (das Erbrechen unterdrückende) Therapie sind es u.a. die sogenannten Serotoninantagonisten, zur Aktivierung der Hämatopoese (Blutbildung) sind es die koloniestimulierenden Faktoren für die weißen und roten Blutkörperchen und in der supportiven (unterstützenden) Therapie die Transfusion von roten Blutkörperchen oder Blutplättchen sowie der gezielte Einsatz von Antibiotika bei Infektionen.

Wir bemühen uns, gezielt komplementäre Therapien gleichzeitig einzusetzen, um den Therapieerfolg zu verbessern und eine Linderung der unerwünschten Nebenwirkungen zu erzielen. Zunehmend werden weitere, die Nebenwirkung mildernde Begleitmedikationen erforscht, die z. T. bereits seit längerem in der Erfahrungsheilkunde zum Einsatz kommen. Hierzu gehört der Einsatz von Selen zur Verminderung der Kardiomyopathie (Herzmuskelschädigung) bei Anthracyclinen und bei Schwermetallen wie Platinverbindungen mit sogar möglicher synergistischer (sich ergänzender) Wirkung auf die Therapie oder der Einsatz von Enzymen z.B. zur Verminderung der Entzündungsreaktion nach Bestrahlungen.

In der Habichtswald-Klinik verfolgen wir die Strategie, dass die Indikation und Überwachung der Chemotherapie immer im Bewußtsein der Gefahr der die Lebensqualität erheblich beeinträchtigenden Nebenwirkungen erfolgt, so dass besonders sorgfältig die Evaluation des Erfolges der Chemotherapie geprüft wird. Besonders für aggressive Chemotherapien muss eine umfassende Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen.

Wir verpflichten uns in der internistisch-onkologischen Abteilung der Habichtswald Klinik,  die neuesten Ergebnisse der Forschung und die Erfahrungen der supportiven Medizin und ihr wissenschaftliches Fundament für unsere Patienten zu einem praktischen, täglichen Handeln zusammenzuführen. Wir bemühen uns in diesem Sinne ständig, unter dem Anspruch der strengen Überprüfung nach Kriterien der Wissenschaftlichkeit und Sicherheit für den Patienten, an den neuesten Entwicklungen teilzunehmen.

Wir betonen immer wieder, dass der Betroffene selbst über Therapien entscheiden kann. Wir sind immer bemüht, seine Autonomie zu stärken und damit auch einen wichtigen Teil seines Überlebensprinzips zu unterstützen. Wir stehen dabei als Ratgebende in dem Ausmaß zur Verfügung, wie es der Einzelne für sich wünscht.

Mitentscheidend ist die Vorbereitungen vor der Gabe der zytostatischen Therapie.  Durch die zunehmend steigenden Erkenntnisse der Wissenschaft der Psycho-Neuro-Immunologie setzen wir verstärkt auf eine intensive psychoonkologische Begleitung des Patienten. Wir bieten unseren Patienten die Möglichkeit zum gezielten Einsatz von Entspannungsverfahren, Körperwahrnehmung und Meditation während und nach der Behandlung sowie das Geborgensein in einer trotz aller Professionalität familiär geführten onkologischen Station mit Zimmerpflege und festen Bezugspersonen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Der Verbrauch an Beruhigungsmitteln und Antiemetika ist hierdurch deutlich niedriger als in Vergleichskliniken.

Wir nutzen die neuesten wissenschaftlichen Erkentnisse zur gegenseitigen Beeinflussung von Tumor, Chemo- oder Strahlentherapie und Immunsystem und erarbeiten mit unseren Patienten ein ganzheitliches Konzept, unter Einbeziehung der Möglichkeiten einer modernen Naturheilkunde. Wir beraten Patienten, bei denen bereits eine Komplementärtherapie eingeleitet wurde, ausführlich zur bereits bestehenden Therapie, bei noch unbehandelten Patienten erstellen wir gemeinsam ein auch nach der Entlassung zu Hause fortführbares Konzept.

Wann immer möglich, ermuntern und motivieren wir unsere Patienten zur Eigenaktivität und zu auf die Ausdauer ausgerichteten sportlichen Betätigungen, um die positiven Wirkungen eines leichten körperlichen Trainings auf das Immunsystem zu fördern.

Die überkonfessionelle Arbeit im spirituellen Zentrum unserer Klinik mit Gesang und Tanz, Vorträgen und Meditation ist ein wichtiges freiwilliges Element der Gesundung.

Hierdurch entsteht für jeden Patient ein individuelles Konzept, das alle Dimensionen (Ernährung, körperliches Training, psychologische Begleitung, Schulmedizin und Naturheilkunde) einbezieht.

Die Zeit der Chemotherapie kann für unsere Patienten somit zu einer intensiven Lebenszeit werden, sie wird von vielen Patienten nicht mehr als vergeudete Zeit, sondern aus Weg der Zuwendung zu sich selbst und Definition neuer Lebensziele erlebt.

Bei der Chemotherapie handelt es sich wie bei allen anderen onkologischen Therapien um eine Therapieform, die dem Patienten in seiner Menschenwürde gegeben werden sollte.

"Medizin ist mit Gefühl angewandte Naturwissenschaft" (G. Uhlenbrock)



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