Schmerztherapie

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Druckversion vom 09.02.2009
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Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen

Schmerzen ertragen zu müssen, ist eine der größten Sorgen, die Patienten mit Tumorerkrankungen haben. Oft ist das einer der ersten Gedanken, die auftreten, wenn man die Diagnose mitgeteilt bekommt. Die Vorstellung in unserer Gesellschaft ist immer noch, dass eine Tumorerkrankung mit starken, nicht oder nur schlecht zu behandelnden Schmerzen einhergeht. Die moderne Schmerztherapie bietet jedoch viele Möglichkeiten zu helfen. Wichtig ist, dass Ärzte und Patienten über diese Möglichkeiten gut informiert sind. Nur eine intensive Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Arzt und Patient kann alle Möglichkeiten der Therapie ausschöpfen.


Schmerzen bei Tumorerkrankungen können durch verschiedene Ursachen entstehen. Es kann durch Tumorzellen zur Störung und Entzündung von Gewebe kommen, es kann direkter Druck auf Nervenendigungen, Nervenzellen und Nervenknoten entstehen, es kann zum Druck auf Organe oder zur Verlegung von Hohlorganen wie Magen, Darm, Harnleiter etc. kommen, so dass durch den dann entstehenden Druckanstieg Schmerzen ausgelöst werden.

So unterschiedlich die Entstehungsursachen sind, so unterschiedlich ist der Charakter des Schmerzes, seine Dauer und Intensität.

Grundlage einer guten Schmerztherapie ist zunächst die Diagnostik. Diese setzt sich zusammen aus der genauen Anamnese (hier werden der Schmerzcharakter und sein zeitliches Auftreten erfasst), aber auch schon erste Beobachtungen des Patienten, welche Ereignisse, Bewegungen etc. Schmerzen auslösen und welche sie umgekehrt bessern, erfragt werden. Dann entscheidet der Arzt, welche weiteren Untersuchungen notwendig sind, um die genaue Ursache des Schmerzes zu klären. Wird eine Ursache gefunden, die direkt behandelt, also beseitigt werden kann, so ist dies ein entscheidender Schritt. Hierzu gehören z. B. operative Eingriffe, die Tumoren verkleinern, Bestrahlungen, die z. B. Tumormetastasen im Knochen stabilisieren etc.


Stellen Arzt und Patient gemeinsam fest, dass die Schmerzursache nicht direkt zu beseitigen ist, so muss über eine passende Schmerztherapie nachgedacht werden.

Für diese Schmerztherapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ein erster, oft vom Patienten schon durchgeführter Schritt, leitet sich aus der Beobachtung ab, welche äußeren Umstände die Schmerzen lindern. So berichten einige Patienten über Besserung durch Wärme oder Kälte, durch bestimmte Lagerung, durch Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel oder bestimmter körperlicher Belastungen.

Bei Schmerzen im Bewegungsapparat können auch Krankengymnastik und verschiedene Massagetechniken sowie Bäderanwendungen hilfreich sein.


Oft kann jedoch mit diesen Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht werden, ohne dass sich der Patient in seinen Aktivitäten so einschränken muss, dass dies eine deutliche Verminderung der Lebensqualität bedeutet.

Aus diesem Grunde ist eine frühzeitig eingeleitete gute Schmerztherapie bei einer Tumorerkrankung wichtig, um die Lebensqualität zu verbessern.


Bei der medikamentösen Schmerztherapie unterscheiden wir zwei Gruppen von Schmerzmitteln, außerdem Begleitmedikamente und sogenannte Co-Analgetika, also die Schmerzmittel unterstützenden Medikamente.




Um die unterschiedliche Wirkung der Schmerzmittel verstehen zu können, ist es erforderlich, die Entstehung von Schmerzen und ihre Wahrnehmung zu erklären.

Ein Schmerzreiz wird von einem Nerv gemeldet, wenn es in seiner unmittelbaren Umgebung zu einer Gewebeschädigung kommt. Dies führt dazu, dass ein elektrischer Reiz über die Nervenfaser zum Rückenmark geleitet wird, dort erfolgt die Umschaltung auf eine zweite Nervenfaser, die mit anderen gebündelt im Rückenmark zu Gehirn zieht. Im Gehirn erfolgt die Verarbeitung der eingehenden Nervensignale in bestimmten Zentren, die in enger Nachbarschaft mit Zentren der Gefühle liegen.


In unserer biologischen Entwicklung der Gattung Mensch war Schmerz immer ein Warnsignal für Gefahr, aus diesem Grund ist Schmerz mit sehr intensiven Gefühlen wie Angst und Fluchtreaktion verbunden. Dieses archaische System in unserem Körper führt dazu, dass Schmerzreize zu einer unmittelbaren Anspannung und zu einer maximalen Aktivierung führen, die u. a. über das sympathische Nervensystem wieder in den Körper geleitet wird. Damit stellt Schmerz einen der stärksten Stressreize für unseren Körper dar.

Um diese ständige Aktivierung und damit Überforderung des Körpers zu unterdrücken, ist eine regelmäßige und ausreichende Schmerztherapie erforderlich.


Aus diesem Grunde muss der Vorstellung mancher Patienten widersprochen werden, dass sie den Schmerz lieber aushalten, um „zu wissen, was in ihrem Körper vorgeht“, ebenso ist die Befürchtung nicht richtig, dass langfristig keine wirksamen Medikamente mehr zur Verfügung stehen, wenn man „zu früh“ mit einer Schmerztherapie beginnt.

Die ausführliche Information zu diesem Krankheitsbild stellen wir Ihnen hier gern als PDF-Dokument zur Verfügung.

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Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen.pdf (29 KB)





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