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Krebs und Ernährung

Habichtswald-Klinik Kassel

 

Dr. med. Jutta Hübner, Chefärztin Onkologie

 

Die Ernährung spielt eine erhebliche Rolle im Leben jedes Menschen, sie dient zur Erhaltung des Lebens, zum Erhalt der Gesundheit, zur Vermeidung von Krankheiten, trägt aber auch wesentlich zur Lebensqualität bei.

Ernährung kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, dies gilt für das Individuum ebenso wie für eine Gemeinschaft, da Nahrungsaufnahme auch wesentliche soziale Aspekte beinhaltet.

Für viele Menschen ist die Krebserkrankung zum ersten Mal Anlass zur Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung. Andere wiederum sind enttäuscht, wenn trotz oft langjähriger Bemühungen um eine gesunde Ernährung eine bedrohliche Erkrankung auftritt.

Trotz zahlreicher Forschungsergebnisse sind viele Zusammenhänge von Ernährung und Krebserkrankungen noch unsicher.

Immer wieder werden neue Zusammenhänge entdeckt, alte, längst geglaubte „Tatsachen“ in Frage gestellt bzw. verworfen und neue Ideen geboren. Während zur Frage der Vorbeugung von Krebs umfangreiche Untersuchungen zu unserem Wissen beitragen, sind es bei der Frage nach Verhaltensweisen für Patienten nach oder mit einer Krebserkrankung nur wenige. Forschung im Ernährungsbereich ist sehr schwierig, da Nahrungsmittel komplex zusammengesetzt sind und deshalb die Wirkung eines einzelnen Inhaltsstoffes nur schwer zu bestimmen ist.

Insbesondere für Krebspatienten gibt es unzählige Ernährungsregeln, Diäten, Empfehlungen von Nahrungsergänzungsmitteln (von Vitaminen über Spurenelemente bis hin zu exotischen Pflanzen). Ein nicht unerheblicher Teil dieser Empfehlungen basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, häufig stecken alleine kommerzielle Interessen der Vertreiber dahinter.

Im folgenden Text stellen wir Ihnen die gesicherten Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebserkrankungen dar, dies soll Ihnen als theoretisches Wissen die Möglichkeit geben, eigenständig Entscheidungen über Ihre Ernährung zu treffen, es ersetzt kein Lehrbuch über gesunde Ernährung und bietet auch bewusst keine Kochrezepte.

 

1. Ernährung als Risikofaktor

Die folgende Tabelle zeigt einige, mittlerweile gut belegte Risikofaktoren:

 

Nahrungsmittel

Erhöhtes Krebsrisiko

Alkohol

Leber-, Mundhöhlen-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brustkrebs

Übergewicht

Speiseröhren-, Darm-, Brust, Gebärmutter-, Nierenkrebs, evtl. auch Bauchspeicheldrüsenkrebs

sehr heiße Speisen und Getränke

Speiseröhren- und Magenkrebs

Gepökeltes

Magenkrebs

rotes gebratenes Fleisch

Darmkrebs

gesättigte Fette

Darmkrebs

Schimmelpilzgifte

Leberkrebs

Nikotin

Krebsarten der verschiedensten Organsysteme, nicht nur Lungenkrebs

 

1.1. Einige Überlegungen zum Thema Übergewicht

Übergewicht bedeutet, dass der Körper mit einem Nährstoffüberangebot versorgt ist. Dies führt zu einer erhöhten Produktion von Wachstumshormonen, die vermutlich auch das Wachstum entstandener Krebszellen fördern.

Eine weitere Beobachtung ist, dass bei übergewichtigen Menschen die Menge der frei im Blut verfügbaren Geschlechtshormone erhöht ist. Auch diese Geschlechtshormone können das Wachstum bestimmter Krebsarten (z. B. Brustkrebs) fördern.

 

1.2. Weitere Risikofaktoren

Eindeutig sind die Zusammenhänge bei erhöhtem Genuss von Alkohol mit Krebserkrankungen der Leber, der Mundhöhle, des Rachens und Kehlkopfbereiches, der Speiseröhre sowie der weiblichen Brustdrüse. Regelmäßiger Genuss von sehr heißen Speisen und Getränken führt zu einer erhöhten Rate an Speiseröhren- und Magenkrebs, regelmäßiger Genuss von Gepökeltem erhöht das Risiko für Magenkrebs, häufiger Verzehr von rotem, gebratenem Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs, Kontamination von Lebensmitteln mit Schimmelpilzgiften erhöht das Risiko für Leberzellkrebs. Immer wieder wird ein Zusammenhang des Verzehrs von tierischen (gesättigten) Fetten und Krebserkrankungen gefunden.

 

2. Gesunde Ernährung

2.1. Grundsätzliches

Für Krebspatienten gelten im Prinzip die gleichen Regeln für eine gesunde Ernährung wie für jeden anderen Menschen auch.

Ernährung sollte vielfältig sein, sie sollte aus einem ausgewogenen Verhältnis von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten bestehen, wobei bei der Auswahl der Fette der Schwerpunkt auf pflanzlichen Fetten und Fettsäuren aus Seefisch liegen sollte. Auch das ausgewogene Verhältnis von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist ein wichtiger Faktor. Fleischgenuss in Maßen ist sinnvoll. Fleisch enthält viele Vitamine und Spurenelemente, die wir mit pflanzlicher Nahrung nur schwer zu uns nehmen können. Es sollte weißes Fleisch (Geflügel) dem roten vorgezogen werden.

Dass Obst und Gemüse, vitaminschonend zubereitet, wesentliche Bestandteile der Ernährung sein sollten, ist heute unumstritten, dies gilt nicht nur im Hinblick auf die Prävention von Krebs-, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie fördern eine gesunde Darmtätigkeit und helfen damit dem Körper Schlackenstoffe auszuscheiden. Sie können gewisse Giftstoffe bereits im Darm binden, die dadurch nicht in den Körper gelangen. „5 am Tag“ ist eine einfache und praktische Regel, d. h. fünfmal am Tag sollte eine Portion Obst, Salat oder Gemüse gegessen werden. Hierzu zählen auch Obst- und Gemüsesäfte.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ernährung sollte die ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen sein, wie sie z. B. in Vollkornprodukten enthalten sind.

Bisher haben fast alle Studien mit der Gabe einzelner Vitamine oder von Kombinationen bzgl. der Verhinderung von Krebserkrankungen enttäuscht. Vermutlich ist es nicht der einzelne Wirkstoff, sondern nur das Zusammenspiel der vielen gesunden Inhaltsstoffe unserer Nahrung, das dem Körper nutzt. Die Ernährung sollte möglichst vielfältig sein, dies garantiert, dass von allen Nährstoffen ausreichende Mengen gegessen werden. Eine schonende Zubereitung der Nahrungsmittel ist wichtig, um die enthaltenen Mineralien zu erhalten. Grundsätzlich sollte Obst und Gemüse im Rhythmus der Jahreszeiten genossen werden.

Bei allen Bemühungen um die optimale Ernährung sollte jedoch bedacht werden, dass Essen auch ein ganz wichtiger Faktor für unser Wohlbefinden ist. Deshalb sollte der Aspekt „Genuss“ nicht vernachlässigt werden. So lange es nicht zur Regel wird, darf es auch hin und wieder Kuchen und Schokolade sein.

 

2.2. Einige wichtige Bestandteile der Ernährung im Detail

2.2.1. Vitamine

Vitamine wirken als Antioxidantien im Körper bei dem Abbau von Giftstoffen und freien Radikalen und verhindern unter anderem deren erbsubstanzschädigende Wirkung.

Vielfältige Untersuchungen in Zell- und Tierexperimenten, aber auch in der Bevölkerung zur Untermauerung ihrer positiven Wirkung bei der Verhinderung von Krebs erbrachten leider bisher sehr widersprüchliche Untersuchungsergebnisse.

 

Folgende Zusammenhänge scheinen aber unbestreitbar zu sein:

 

Vitamin A und seine Vorstufen (Karotinoide) fördern die gesunde Zelldifferenzierung und wirken als Antioxidantien. Belegt ist ihre Wirksamkeit als Schutz für Gebärmutterhalskrebs. Bei einer Studie mit Rauchern führte die zusätzliche Einnahme von Vitamin A aber andererseits zu einer Zunahme von Krebserkrankungen.

 

Vitamin E ist ebenfalls ein sehr wirksames Antioxidanz. Belegt ist seine Wirksamkeit z. B. beim Schutz vor Eierstockkrebs. Eine aktuelle Studie zeigt eine Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter Vitamin-E-Substitution – deshalb sollte auch hier auf Vitamin E aus der Nahrung (pflanzliche Öle etc.) zurückgegriffen werden.

 

Vitamin C ist eines der hauptsächlichen Antioxidantien. Inwieweit eine Vitamin C-Zufuhr, insbesondere eine hoch dosierte Zufuhr, jedoch vor Krebs schützen kann, ist noch nicht klar.

 

Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Vitamin D vor Prostatakrebs schützen kann.

 

Bei Folsäure handelt es sich um eine vitaminähnliche Substanz, die in verschiedenen Stoffwechselvorgängen in der Zelle, aber insbesondere bei der Zellteilung wichtig ist. Eine hohe Folsäurezufuhr schützt vor Krebs im Bereich des Dick- und Enddarmes sowie des Gebärmutterhalses.

 

Zusammenfassend ist zu Vitaminen zu sagen, dass sie einen wesentlichen Faktor für die Gesundheit darstellen. In einer ausgewogenen Ernährung sind ausreichend Vitamine enthalten. Zusätzliche Vitamingaben in Medikamentenform zeigen zum Teil positive, zum Teil aber auch negative Wirkungen, so dass sie nur in Phasen einer Mangelernährung ersatzweise in Frage kommen.

Vermutlich kommt es auf ein ausgewogenes Wechselspiel von Vitaminen, Spurenelementen und weiteren Nahrungsbestandteilen, den sog. sekundären Pflanzenstoffen an, um eine optimale Wirkung zu erzielen, wie dies nur über Nahrungsmittel zu erreichen ist.

 

2.2.2. Mineralien und Spurenelemente

Untersuchungen an größeren Bevölkerungsgruppen ergaben, dass eine höhere Zufuhr von Kalzium vor Darmkrebs schützen kann.

 

Selen ist ein Spurenelement, das für die richtige Funktion bestimmter Enzyme notwendig ist, die bei der Entgiftung von Freien Radikalen mitwirken. Außerdem unterstützt Selen die Reparatur von geschädigter Kernsubstanz (DNA). Belegt ist ein Schutz durch Selen vor Brust-, Lungen-, Darm-, Magen-, Gebärmutter- und Prostatakrebs.

 

 

2.2.3. Omega-3-Fettsäuren

Im Gegensatz zu tierischen gesättigten Fetten wirken ungesättigte Fettsäuren positiv. Omega-3-Fettsäuren kommen insbesondere in Fisch und bestimmten Ölen vor. Sie unterstützen die Aktivität der Immunzellen. Bei starker Abneigung gegen Fisch kann evtl. zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden.

 

2.2.4. Weitere Antioxidantien

Lycopin ist ein wichtiger Bestandteil von Tomaten, aber auch roten Früchten. Für Lycopin ist belegt, dass es als Antioxidanz ein sehr guter Schutzfaktor vor Krebserkrankungen ist. In einem Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass die Gabe von Lycopin als Einzelsubstanz keinen positiven Effekt hat, sondern nur in Form von Tomaten und Tomatenprodukten zum gewünschten Effekt führt.  Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Einnahme von isolierten Nahrungsergänzungsmitteln trotz nachgewiesener positiver Wirkungen im Reagenzglas nicht zum positiven Effekt in lebenden Organismus.

 

Glutathion wird im Körper selbst hergestellt. Auch dieses Molekül ist in der Lage, sehr wirksam freie Radikale abzufangen. Inwieweit eine zusätzlich Zufuhr über Nahrungsergänzungsstoffe sinnvoll ist, ist umstritten.

 

2.2.5. Sekundäre Pflanzenstoffe

Bei den sekundären Pflanzenstoffen handelt es sich um vielfältigste Moleküle, die in großer Zahl, aber jeweils nur kleinen Mengen in den Pflanzen vorkommen. Deshalb ist es derzeit sehr schwierig, einzelnen Bestandteilen der Pflanzen bestimmte Wirkungen zuzuschreiben. Sekundäre Pflanzenstoffe tragen ganz wesentlich zur Gesundheit bei und ergänzen die positiven Wirkungen vitaminreicher Nahrungsmittel auf natürliche Weise.

 

2.2.5.1. Phytosterine und Phytoöstrogen

Phytosterine haben in der typischen westlichen Ernährung eine wesentlich geringere Bedeutung als z. B. im asiatischen Raum. Aufgrund der unterschiedlichen Häufigkeit von hormonabhängigen Tumoren (Prostatakrebs, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs) wurde die Bedeutung der Phytosterine erkannt. Sie finden sich in Ölen, Samen, Nüssen und vor allen Dingen in Sojaprodukten.

Phytoöstrogene sind pflanzliche Geschlechtshormone und unseren menschlichen Geschlechtshormonen ähnlich. Sie entfalten zum Teil eine hormonähnliche Wirkung im Körper. Sie führen zu einer verminderten Bildung von Geschlechtshormonen, da die Aktivität der sie bildenden Enzyme (Aromatase, 5-Alphareduktase) reduziert wird. Gleichzeitig steigen geschlechtshormonbindende Moleküle im Blut an, so dass die Geschlechtshormone nicht an der Zelle wirksam werden können. Zusätzlich kommt es zu einer Verminderung von Geschlechtshormonrezeptoren auf den Zellen, so dass vorhandene Geschlechtshormone weniger wirksam werden. An die noch vorhandenen Geschlechtshormonrezeptoren binden die Phytoöstrogene, so dass die eigentlichen Geschlechtshormone dort weniger gut anbinden können.

Geschlechtshormone führen in für sie empfindlichen Zellen zu Wachstum und Zellteilung. Phytoöstrogene vermindern diesen Wachstumsreiz. Da auch einige Krebsarten wie z. B. Brust- oder Prostatakrebs entsprechende Rezeptoren haben, können Phytoöstrogene hemmend auf das Krebszellwachstum wirken. Ob eine kurzfristige medikamentöse Phytoöstrogengabe auch wirksam ist, ist fraglich.

Die Einnahme von höheren Dosen von Phytoöstrogenen bei hormonabhängigen Tumoren wird unterschiedlich bewertet. Da eine stimulierende Wirkung nicht auszuschließen ist, sollten Patienten unter einer antihormonellen Therapie oder Frauen nach den Wechseljahren vorsichtig sein. Gegen Sojaprodukte in der Ernährung bestehen nach heutigen Erkenntnissen keine Bedenken.

 

2.2.5.2. Isoflavone

Isoflavone zählen zu den Phytoöstrogenen, haben aber darüber hinaus noch andere Wirkungen. Es handelt sich um miteinander verwandte Verbindungen, die zum Teil für die gelbliche bzw. rötliche Färbung von Pflanzen und Pflanzeninhaltsstoffen verantwortlich sind. Isoflavone sind in der Lage, Wachstumsfaktoren zu hemmen und die Angiogenese (Gefäßneubildung), die auch zur Durchblutung von Tumorknoten notwendig ist, zu unterdrücken, außerdem hemmen sie Abläufe im Bereich des Zellzyklus (Zellvermehrung) und die sog. tyrosinspezifische Proteinkinase, ein Enzym, das ebenfalls für interne Stoffwechselvorgänge wichtig ist. Darüber hinaus fördern Isoflavone den Zelltod nicht gesunder Zellen, die sog. Apoptose.

Isoflavone als schwache Östrogene schützen vor der Bildung von hormonabhängigen Tumoren bei Frauen wie Männern, wenn sie ab der Jugend häufig mit der Nahrung aufgenommen werden. Für Männer gilt dies auch im Erwachsenen- und höherem Alter. Bei Frauen nimmt mit den Wechseljahren der Hormonspiegel ab, so dass Phytoöstrogene dann sogar relativ stark östrogenartig wirken können. Aus diesem Grund könnten sie ab diesem Zeitpunkt das Wachstum von hormonabhängigen Tumoren fördern. Insbesondere Patientinnen mit rezeptorpositivem Brustkrebs sollten keine Medikamente mit Isoflavonen einnehmen. Der gelegentliche Genuss von Sojaprodukten ist sicherlich unproblematisch.

 

2.2.5.3. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe

Der wirksame Stoff im grünen Tee nennt sich Epigallocatechin. Bei dieser Substanz konnte eine direkte Wirksamkeit gegen Krebs nachgewiesen werden.

Resveratrol ist in der Traubenschale enthalten. Dies erklärt, warum Weißwein weniger günstig als Rotwein ist, da hier die Traubenschalen nicht zur Weinproduktion benutzt werden. Resveratrol scheint ebenfalls eine das Tumorwachstum hemmende Wirkung zu haben.

Auch Coumarine könnten eine Bedeutung in der körpereigenen Abwehr von Tumorzellen haben, dies ist jedoch noch umstritten. Coumarine finden sich häufig in Hülsenfrüchten.

Lignane haben offensichtlich ähnliche Wirkungen wie die Phytosterine. Lignane finden sich in Früchten, Leinsamen, Getreide und Gemüse.

In Zitrusfrüchten, aber auch in bestimmten Gewürzen, lassen sich monozyklische Terpene nachweisen, die ebenso wie die in Kohlarten vorhandenen Isothyozyanate tumorwachstums-hemmende Wirkungen entfalten können.

Sulfide: Knoblauch, Porree, Schalotten, Schnittlauch, Zwiebeln gehören zu den sulfidhaltigen Gemüsen. Sulfide sind verschiedene Schwefelverbindungen und sehr geruchsintensiv. Sie unterdrücken das Mikrobenwachstum, hemmen die Krebsentstehung, verhindern die Bildung schädlicher freier Radikale, halten Arterien frei von Cholesterinablagerungen, helfen bei Entzündungen und Asthma und lösen Blutgerinnsel auf.

Nahrungsmittel mit Glucosinolaten sind z. B. Brokkoli, alle Kohlarten, Kohlrabi, Kresse, Meerrettich, Rauke, Rettich, Rüben und Senf. Die Glucosinolate stimulieren die Leberenzyme zu einer verstärkten Entgiftung, darüber hinaus hat Indol-3-carbinol aus Blumenkohl und Brokkoli eine modulierende Wirkung auf den Östrogenstoffwechsel durch Inaktivierung des Östrogens zu Catecholöstrogen, das nicht mehr krebsfördernd wirkt. Besonders gegen Lungen-, Brust- und Darmkrebs lässt sich mit senfölhaltigen Gemüsen vorbeugen.

Bohnen, Erbsen, Erdnüsse, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Kichererbsen, Linsen, Mais, Reis, Roggen, Sojabohnen, Weizen enthalten Enzymblocker und Saponine. Saponine und Enzymblocker sind ideal wirksam im Bereich der Darmschleimhaut. Im Darm kann die Lipidschicht von entstehenden Tumorzellen im Darmepithel durch Saponine offenbar gestört und zerstört werden. Darüber hinaus gibt es eine immunstimulierende Wirkung der Saponine mit einer stärkeren Aktivierung der T- und B-Lymphozyten.

 

3. Tabellarische Übersicht wichtiger Nahrungsbestandteile

 

 

I. Nahrungsmittel mit Ballaststoffen

Vollkorngetreide, alle Obst- und Gemüsearten, besonders viel in Äpfeln, Avocados, Datteln, Feigen, Heidelbeeren, Hülsenfrüchten, Kohl, Möhren, Kartoffeln, Schwarzwurzeln

 

 

II. Nahrungsmittel mit Carotinoiden

Tomaten, Möhren, Spinat, Paprika, Mangold, Kürbis, Grünkohl, Brokkoli, Aprikosen, usw.

 

 

III. Nahrungsmittel mit Flavonoiden und Phenolsäuren

Zitrusfrüchte, schwarzer und grüner Tee, Walnuss, Weintrauben, Himbeeren, Brombeeren, Pecannüsse

 

 

IV. Nahrungsmittel mit Phytoöstrogenen

Vollkorngetreide, besonders Roggen, Soja, Leinsamen, Buchweizen, Bohnen

 

 

V. Nahrungsmittel mit Sulfiden

Knoblauch, Zwiebeln, Porree, Schalotten, Schnittlauch

 

 

VI. Nahrungsmittel mit Glucosinolaten

Brokkoli, Kohl, Kohlrabi, Kresse, Meerrettich, Rettich, Rüben, Senf, Rauke

 

 

 

4. Zusammenfassung

 

Zum Abschluss möchten wir Ihnen folgende einfache Regeln mitgeben:

·     Es gibt keine Antikrebs-Diät.

·     Krebs lässt sich nicht aushungern, aber deutliches Übergewicht oder rasche Gewichtszunahmen sollten wir vermeiden.

·     Essen Sie so vielfältig wie möglich („5 am Tag“). Eine gesunde ausgewogene Ernährung enthält alle wichtigen Nahrungsbestandteile.

·     Eine gesunde Kost ist für alle Familienmitglieder gut, da die gleichen Nährstoffe auch gegen andere Krankheiten vorbeugend helfen.

·     Das Wichtigste ist, Essen muss schmecken, denn der Erfolg stellt sich nur ein mit der langjährigen Befolgung dieser Prinzipien, möglichst bereits ab der Jugendphase.

·     Denken Sie daran: Rauchen kann alle Ihre anderen Bemühungen zunichte machen.

 

 

Stand 27.06.07

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Aktualisiert am 09.02.2009